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Boxen - Interview mit Nicole Haustein
Boxen - Interview mit Nicole Hausteinabsolvierte erfolgreich im Dezember letzten Jahres ihren ersten Profi-BoxkampfDie staatlich anerkannte Erzieherin studiert in Darmstadt Soziologie und entdeckte ihre Leidenschaft für diesen Sport erst vor eineinhalb Jahren. Sie besticht durch Ehrgeiz sowie einem ungewöhnlichen Bewegungstalent. Das Team um Manager Christian Bugge, ehemaliger deutscher Hochschulmeister, und Trainer Christopher Herre hat noch Großes mit der 30-jährigen Boxerin vor. Regina Halmich traut ihr eine deutsche Meisterschaft und vielleicht sogar einen Europatitel zu. Nicole Haustein, wie kamen Sie als Frau zum Boxsport? Ich kam vor anderthalb Jahren zum Studieren nach Darmstadt und kannte dort niemanden. Also dachte ich mir, dass der Sport mir dabei hilft, Anschluss zu finden. Ich wollte mir einen Sport aussuchen, der mich an meine Grenzen bringt und gleichzeitig geschlechts- und altersunabhängig ist. Ich brauche etwas, das richtig an die Substanz geht und da ist Boxen natürlich perfekt. Beim ersten Training habe ich Sternchen gesehen und da wusste ich: Das ist es! Wie sehen Sie ganz allgemein die -Entwicklung im Frauenboxen? Solange es gute Boxerinnen gibt, die etwas darstellen, wird sich Frauenboxen hundertprozentig weiter etablieren und noch erfolgreicher werden. Die letzten Jahre hatte der Sport für Frauen noch keine richtige Plattform. Durch Regina Halmich hat sich da schon einiges getan und mittlerweile wird es immer mehr. Durch eine immer bessere Vorbereitung sieht es immer professioneller aus. Für die Promoter und Boxstallbesitzer ist es natürlich auch ein finanzieller Faktor. Wie gut kann man eine Sportlerin vermarkten? Man muss aber auch bedenken, dass Frauenboxen erst seit den 90er-Jahren legal ist. Man steht noch am Anfang, aber ich bin mir sicher, dass es noch weiter in Richtung Gleichberechtigung bergauf geht. Wie sieht das Training bei Ihnen aus? Wird sich ab sofort mit dem Einstieg ins Profigeschäft etwas ändern?
Der Aufbau war eigentlich schon die ganze Zeit professionell. Nach dem Aufstehen und einem kleinen Frühstück findet die erste Trainingseinheit in Form von Joggen statt. Nach dem Mittagessen muss ich in die Uni, worauf dann das nächste Training am Abend folgt. So läuft es jeden Tag in der Vorbereitung 6–8 Wochen vor einem Kampf ab. Ansonsten absolviere ich jeden Tag abends eine Trainingseinheit. Neben dem Boxtraining an sich gehe ich joggen, betreibe Kraftsport, schwimme und klettere. Dazu findet auch noch mentales Training statt. Roberto Culcay, Wie sieht die medizinische Versorgung aus und wie läuft die Regenerationsphase ab? Die medizinische Versorgung wird vom Bund Deutscher Berufsboxer überwacht, wo regelmäßige Untersuchungen gemacht werden, z. B. MRT vom Gehirn oder Belastungs-EKGs. Vor jedem Kampf ist ein Arzt vor Ort, der die Augen, Reflexe, Gelenke, Blutdruck etc. checkt. Außerdem muss man immer ¬einen Schwangerschaftstest sowie Hepatitis-A- und -B- und einen HIV-Test mitbringen. Vor einigen Wochen hatte ich eine Kapsel-Bandverletzung im Sprunggelenk (siehe Infobox). Wichtig ist, dass ich selber auf meinen Körper höre. So machen wir immer ein-zwei Tage Pause, wenn ich mich ausgepowert fühle. Eventuell werden wir eine Kooperation mit der TU Darmstadt eingehen, die über einen speziellen Rückenschulbereich verfügt. Wie sehen Sie Ihre eigene Entwicklung und Zukunft? Im Grunde war es sehr ungewöhnlich, dass ich nach einem Amateurkampf schon Profi wurde, aber ich wusste, dass ich ein großes Talent habe und Boxen kann. Ich komme mit meinem Team aus dem Hochschulsport und wagte den Schritt zum Profi. Mir war auch klar, dass wenn ich Profi werden möchte, ich keine Zeit mehr habe, noch zwei, drei Jahre im Amateurbereich zu boxen. Meine Profilizenz habe ich dann sofort bekommen. Jetzt folgen erstmal zwei bis drei Aufbaukämpfe, damit ich mich selbst auch einschätzen lerne. Und dann würde ich schon gerne den ersten Titel anstreben. Ein Kampf gegen die internationale deutsche Meisterin wäre sicher interessant. Da der Boxsport durchaus teuer ist, sind wir dazu auch immer auf der Suche nach weiteren Sponsoren. Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Nicole Haustein: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/3452 |
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