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Ärzte & Sportklinik
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PD Dr. med. Jürgen Scharhag
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Kardiologie - Ausdauersport gefährlich fürs Herz ?
Kardiologie - Ausdauersport gefährlich fürs Herz ?Bereits seit der Legende des antiken Marathonlaufs, der zufolge der griechische Bote Pheidippides 490 v. Chr. nach einem ca. 40 km langen Lauf von Marathon nach Athen und Verkündung des Sieges über die Perser vor Erschöpfung tot zusammengebrochen sei, werden mögliche gesundheitliche Gefährdungen durch Ausdauerbelastungen thematisiert. Auch heutzutage werden etwaige Gefahren für das Herz durch Sport intensiv diskutiert, da – neben plötzlichen Herztodesfällen prominenter Leistungssportler in der jüngeren Vergangenheit – in wissenschaftlichen Untersuchungen der letzten Jahre über Erhöhungen sog. Herzmarker im Blut nach Ausdauerbelastungen (z. B. Marathonläufen, Radmarathon- oder Triathlon-Wettkämpfen) berichtet wurde und Sportler häufiger EKG-Veränderungen aufweisen als Untrainierte. EKG-Veränderungen bei Sportlern
Bei Sportlern liegen oft Veränderungen im Ruhe-EKG vor, die Ausdruck physiologischer Anpassungsmechanismen an regelmäßiges Training sind. Am häufigsten bestehen EKG-Veränderungen bei Ausdauersportlern. Etwa ein Drittel der Sportler weist ausgeprägtere EKGVeränderungen auf, deren Interpretation in manchen Fällen schwierig sein kann. Bei Sportlerinnen sind ausgeprägte EKG-Veränderungen seltener als bei männlichen Athleten. Die bekannteste EKG-Veränderung des Sportlers ist eine erniedrigte Ruhe-Herzfrequenz (sog. Sinusbradykardie), die im Liegen oder Schlafen bis auf 30 Schläge pro Minute absinken und in seltenen Fällen auch darunter liegen kann. Insbesondere bei gut trainierten Ausdauersportlern besteht häufig eine Sinusbradykardie. Diese ist durch den trainingsbedingten erhöhten Tonus des parasympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems, der den Sinusknoten als Taktgeber des Herzens herunterreguliert. Bei sehr Ausdauersport und kardiale Marker
Dass erschöpfende Ausdauerbelastungen bei einem Großteil der Sportler zu Anstiegen von Herzmarkern im Blut führen, die normalerweise nur nach einem Herzinfarkt (Troponin I bzw. T) oder einer Herzmuskelerkrankung mit Herzschwäche (B-Typ Natriuretisches Peptid [BNP] bzw. NT-proBNP) erhöht sind, kann mittlerweile aufgrund einer Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen als gesichert gelten. BelastungsinduzierteTroponin-Anstiege treten sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Sportlern gleichermaßen auf. In einer Metaanalyse, die 1120 Athleten aus 26 Studien einschloss, waren bei 47 % der Sportler grenzwertüberschreitende Anstiege des kardialen Troponin T nach (Ultra-) Ausdauerbelastungen nachweisbar. Da hierbei der Anteil troponinpositiver Athleten mit zunehmender Belastungsdauer und folglich reduzierter Belastungsintensität abnahm, ist von einer intensitätsabhängigen Ursache des belastungsinduzierten Sportherz
Langfristig entwickelt sich bei regelmäßig trainierenden Ausdauersportlern mit entsprechender Veranlagung ab einem Trainingsumfang von etwa 70 Laufkilometern pro Woche ein Sportherz, das eine physiologische Anpassung Schlussfolgerung Zusammenfassend ist gegenwärtig nicht von einer Schädigung eines gesunden Herzens durch Ausdauersport auszugehen. Dennoch stellen insbesondere längere Ausdauerbelastungen oder Ausdauerwettbewerbe wie Marathonläufe, Radmarathons oder Triathlon-Wettkämpfe eine hohe kardiale Belastung dar, die für die notwendige Anpassung des Herz-Kreislauf-Systems einer ausreichenden Vorbereitung bedürfen. |
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