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Ärzte & Sportklinik
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Dipl.-Psych. Marion Sulprizio
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Burnout im Leistungssport
Burnout im Leistungssport
*Burnout – was ist das? *
Beispielsweise gab Jürgen Klinsmann als Grund für seinen Rückzug als Bundestrainer an, „ausgebrannt und leer“ zu sein. Radcross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die Fußballprofis Sebastian Deisler und Jan Simák, der Sieger der Vier-Schanzen Tournee Sven Hannawald: sie alle haben ihre Karriere unterbrochen oder sogar beendet mit der Diagnose „Burnout-Syndrom“. Deutlich wird, dass Topathleten wie Trainer der unterschiedlichsten Sportarten unter der Symptomatik leiden. Anzunehmen ist außerdem, dass es sich bei den bekannten Fällen lediglich um die „Spitze des Eisberges“ (vgl. Grossekathöfer & Wulzinger, 2003) handelt und im Spitzensport viel mehr Personen, Athleten wie Trainer, betroffen sind.
Obwohl keine einheitliche Definition vorliegt, ist allen Begriffsbestimmungen jedoch gemeinsam, dass Burnout einen schleichenden Prozess darstellt und der Burnout-Zustand als Resultat von chronischem Stress zu betrachten ist (vgl. Ziemainz, Abu-Omar, Raedecke & Krause, 2004). Trotz variierender Angaben über die Anzahl der Phasen dieses Prozesses (vgl. Koch & Kühn, 2001) werden folgende Hauptstadien angenommen: Ursachen von Burnoutim Leistungssport
Es gibt eine Fülle theoretischer Erklärungsansätze zu den Ursachen von Burnout. Im Setting Sport lassen sich die vorliegenden Modelle im Wesentlichen zwei Grundperspektiven zuordnen (vgl. Ziemainz et al., 2004). Die personbezogenen bzw. individuenzentrierten Ansätze sehen die Ursache für Burnout vor allen Dingen in der betroffenen Person. Die Entstehung von Burnout wird beispielsweise auf eine ungünstige Interpretation der fünf Bedingungen Lohn, Aufwand, Alternativen, Befriedigung und Investitionen durch die Athleten zurückgeführt (vgl. Investment Model of Burnout and Dropout von Schmidt & Stein, 1991). In zwei weiteren Modellen wird Burnout als Folge von chronischem Stress verstanden. Beim Cognitive-Affective Model of Stress and Burnout (Smith, 1986 zitiert nach Gould, 1996 wird im Rahmen eines Vier-Stufen-Modells Persönlichkeitsmerkmalen (z. B. Selbstbewusstsein, Ängstlichkeit) und motivationalen Faktoren besondere Bedeutung beigemessen, während das Negative Training Stress Response Model von Silva (1990) Burnout primär als Folge exzessiven körperlichen Trainings und des daraus resultierenden physischen wie psychischen Stresses sieht. Die Phänomene Burnout und Übertraining werden als eng miteinander verbunden bzw. auseinander resultierend verstanden. Auch Kellmann (1997) erklärt Burnout als Folge eines längerfristig gestörten Gleichgewichts von Belastungen und Erholung eines Individuums. In organisations- bzw. bedingungsbezogenen Ansätzen werden dagegen die Gründe für Burnout in der Organisation bzw. Struktur des Hochleistungssports und den hiervon ausgehenden Effekten gesehen. Stress wird
Personbezogene Faktoren
Umweltbezogene Faktoren Wichtig ist der Hinweis, dass Burnout nicht immer als Folge einer Überforderung entsteht. Auch eine längerfristige Beanspruchung im Sinne einer Unterforderung, wie z.?B. monotone Trainingsanforderungen, eintönige Aufgabenstellungen und die daraus resultierende Langeweile bzw. der Verlust der Sinnhaftigkeit des Tuns (vgl. Allmer, 1996) kann zur Burnout-Problematik führen. Im Leistungssport droht dann der Ausstieg aus dem Trainings- und Wettkampfprozess oder gar die Beendigung der Karriere.
Dipl.-Sportl. Marion Golenia |
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