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Femoropatellares Schmerzsyndrom

Femoropatellares Schmerzsyndrom

In der Sportwissenschaft sucht man noch immer nach Parametern, die die Varianzen für das Zustandekommen von sportartspezifischen Leistungen möglichst komplett aufklären. Diese Informationen sind ganz besonders wichtig für die Trainingsplanung und -steuerung im Leistungssport und gelten Femoropatellares Schmerzsyndrom darüber hinaus als Schlüsselqualifikationen, die das Potenzial eines Athleten auf seine maximale Leistung hin projizieren.

Die üblichen Messverfahren bestimmen zum Beispiel physische und physiologische Parameter wie etwa die Körperzusammensetzung oder die belastungsabhängige Herzfrequenz sowie sport- art spezifische und kognitive Fähigkeiten. Die Aussagekraft der Messwerte genügt jedoch häufig nicht aus, um die Struktur einer komplexen sportlichen Leistung sowie interindividuelle Unterschiede zu erklären. Außerdem liefern unsere sportpraktischen Tests und sportmedizinischen Untersuchungen lediglich Informationen über den Phänotypus des Körpers und dessen Leistungsvermögen, während die Einblicke in die genotypischen Eigenschaften der Athleten verdeckt bleiben. Man erhofft sich deshalb, aus der genetischen und der molekularen Forschung neue Tests ableiten zu können, die tiefere Einblicke in das Zustandekommen einer sportlichen Leistung und somit eine bessere Vorhersage von Trainingsverbesserungen ermöglichen.

Genetische Testung

Molekulargenetische Techniken machen die Ermittlung jener DNA-Varianten oder Polymorphismen möglich, die mit der Veranlagung für besondere körperliche Fähigkeiten assoziiert sind. Aus der Human gene map for fitness and performance related traits sind mittlerweile mindestens 249 Gene mit sportbezogener Relevanz bekannt. Zu den ermittelten Determinanten zählen unter anderem die maximale Sauerstoffaufnahme, die anaerobe Leistungsfähigkeit, die Muskelfasertypverteilung, muskuläre Enzymkonzentrationen sowie die Trainierbarkeit einiger dieser Faktoren. Der wissenschaftliche Wert dieser Auflistung ist allerdings sehr kritisch zu hinterfragen. Denn die Aufnahme eines Gens in die Liste hat lediglich zur Voraussetzung, dass in einer beliebigen Studie auf dessen positive Assoziation mit einer sportlichen Fähigkeit geschlossen wurde. Eine Widerlegung dieses Zusammenhangs durch nach folgende Studien bewirkt keine Korrektur der in der Liste aufgeführten Gene. Femoropatellares Schmerzsyndrom
Ein Vorteil der DNAScreenings zeigt sich in der zeitlichen Unabhängigkeit der Testdurchführung vom Testergebnis. Diese Unabhängigkeit bezieht sich nicht nur auf das Alter bzw. den Entwicklungsstand des Athleten, sondern auch auf das momentane Trainingsniveau oder die Gesundheit. Gerade das Optimum des aktuellen Trainingslevels und die Abwesenheit von leistungsbeeinträchtigenden Erkrankungen sind Vor aussetzungen einer sportpraktischen Testung, um unabhängig vom Test design „wahre” Ergebnisse zu erzielen. So könnte man theoretisch schon im Kindesalter – wenn nicht sogar schon im Embryonalstadium – die zukünftige Sportart mit erfolgsträchtigen Aussichten für das Kind bestimmen und dessen Leben danach ausrichten. Aus ökonomischer Sicht des Leistungssports bestünde darin die maximale Ausschöpfung trainingsspezifischer Ressourcen. Aus ethischer Sicht zeigen sich jedoch hierin erste Bedenken: Die DNA-Tests bergen ein riesiges Missbrauchspotenzial. Außerdem kann bei der frühen Anwendbarkeit der Tests mit einer darauf gestützten Wahl der Sportart des Kindes durch die Eltern die individuelle Entwicklung des Kindes in hohem Maße eingeschränkt werden. Darüber hinaus zeigen sich weitere, methodische Schwierigkeiten: Die Anwendbarkeit der Femoropatellares Schmerzsyndrom Gentests, die bereits auf dem Markt erhältlich sind, liefern eher fragliche Ergebnisse. Denn die sportliche Leistungsfähigkeit ist sehr polygen codiert. Es sind beispielsweise mindestens 23 Polymorphismen bekannt, die Einfluss auf die Ausdauerleistungsfähigkeit nehmen. Die käuflichen Tests ermitteln jedoch lediglich die isolierte DNA-Variante eines einzigen Gens wie zum Beispiel der ACTN3 Sports Performance TestTM. Berechnungen verdeutlichen die Problematik sehr gut: Im Hinblick auf die 23 mit der Ausdauer fähigkeit verbundenen Polymorphismen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur ein einziger Mensch auf dieser Welt den „optimalen” Genotypen für Ausdauersport besitzt, bei 0,0005 %. Dabei steht dann noch offen, wie viel Prozent der Varianz der Ausdauerleistungsfähigkeit durch diesen Genotyp überhaupt erklärt werden kann. Sind es 10 % oder 40 %? Man weiß es nicht. Letztendlich werden genetische Tests dem Anspruch zur Abklärung sportlicher Leistungsfähigkeit nicht gerecht. Auch die WADA lehnt den Gebrauch genetischer Information beispielsweise zur Selektion oder Diskrimination von Athleten in Sportteams ab. Femoropatellares Schmerzsyndrom Streng genommen wäre dies bereits gegeben, sollte man Kaderathleten routinemäßig und ohne Anhalt für eine Erkrankung einem DNA-Screening auf Polymorphismen unterziehen, die mit Erkrankungen assoziiert sind. Prinzipiell wäre es zwar möglich, Athleten zum Beispiel gezielt auf das Vorliegen von Genpolymorphismen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin zu untersuchen. Aber auch dabei würden sich wesentliche, ethisch orientierte Fragen ergeben: Wird der Datenschutz eingehalten oder Missbrauch betrieben? Wie geht ein Athlet wohl damit um, wenn eine genetisch veranlagte Krankheit entdeckt wird? Soll man ihm also das Ergebnis der DNA-Testung überhaupt mitteilen?

Ausgabe MSN 2 / 2010

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 2 / 2010.
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