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MSN-2-2010
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Arthrose im Hochleistungssport
Arthrose im HochleistungssportSpäte SchädenAkute Verletzungen einiger Favoriten haben bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver dazu geführt, dass sich auch Überraschungssieger auf den Medaillenrängen platzieren konnten. Vor der Fußballweltmeisterschaft wird wieder diskutiert werden, welche Spieler aufgrund von Verletzungen nicht zur Verfügung stehen werden. Unmittelbar bedeutet eine Verletzung eine Enttäuschung für den Spieler und sein Team, in wenigen Fällen wird aber darüber nachgedacht, welche langfristigen Folgen aus Hochleistungssport und den damit verbundenen Überlastungsschäden und Verletzungen resultieren. Es stellt sich zwangsläufig die Frage, ob Folgeschäden des Bewegungsapparates sportartspezifisch auftreten. Führt Leistungssport zur Arthrose? In einzelnen Sportarten wie z.B. den kompositorischen Sportarten rhythmische Sportgymnastik, Eiskunstlauf und Kunstturnen werden absolute Höchstleistungen bereits im Wachstumsalter erbracht, wohingegen in anderen Sportarten, den leichtathletischen Wurfdisziplinen beispielsweise, Höchstleistungen auch im höheren Lebensalter möglich sind. In diesen Sportarten wird der Bewegungsapparat nicht selten über mehr als 20 Jahre durch Training und Wettkampf belastet. Welche Faktoren bestimmen das Risiko des Auftretens von Spätschäden nach intensiver sportlicher Betätigung im Leistungssport?
Drei große Gruppen können voneinander unterschieden werden. Das Verletzungsrisiko ist in den Sportarten unterschiedlich und kann das Arthroserisiko beeinflussen. Es ist naheliegend, dass in Sportarten mit Gegnerkontakt (z. B. Fußball oder Basketball) ein höheres Verletzungsrisiko besteht als in anderen Ballsportarten, bei denen ebenfalls rasche Richtungsänderungen ohne direkten Gegnerkontakt (z.B. Tennis) durchgeführt werden. Langzeitstudien an Patienten mit fortgeschrittener Gonarthrose konnten zeigen, dass diejenigen, bei denen in der Vorgeschichte eine Verletzung des Kniegelenkes vorlag, eine mehr als doppelt so hohe Rate an Gonarthrosen aufweisen als diejenigen ohne Trauma (13,6 % mit zu 6 % ohne Verletzung). Auch bei Verletzungen, in deren Folge es zu Instabilitäten der Gelenke kommt, können Arthrosen gehäuft auftreten. So konnte festgestellt werden, dass bei Sportlern 10 bis 20 Jahre nach vorderer Kreuzbandruptur in 70 % der Fälle deutliche degenerative Veränderungen an den Kniegelenken auftreten.
Die Belastungsfähigkeit des Knorpels scheint individuell verschieden zu sein. Es gibt Hinweise darauf, dass der Knorpel individuell unterschiedliche Adaptationsmöglichkeiten an Stress besitzt. Es ist ein Mindestdruck erforderlich, bei dem es zu strukturellen Knorpelschädigungen kommt. Auch hier scheinen individuell unterschiedliche Schwellenwerte vorhanden zu sein. Bislang ist es nicht möglich, derartige Belastungsparameter für jeden einzelnen Sportler zu bestimmen und somit zusätzlich das Risiko abzuschätzen. Inwieweit körperliche Aktivität einen Einfluss auf Quantität und Qualität des Knorpels haben kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. Die sportartspezifische Belastung, bei der die unterschiedlichen Abschnitte des Bewegungsapparates verschieden belastet werden, hat einen Einfluss auf das Arthroserisiko. Es ist naheliegend, dass in Sportarten mit Überkopfbelastungen ein erhöhtes Risiko für die Schultergelenke besteht im Vergleich zu Sportarten wie z.B. den leichtathletischen Laufdisziplinen, bei denen die obere Extremität fast gar nicht belastet wird. Auch bei Sportarten, bei denen Bewegungen mit hohen axialen Belastungen – kombiniert mit Rotationsbelastungen – auftreten, scheint ein erhöhtes „high-impact“
Ein hohes Risiko, eine Arthrose an den großen Gelenken der unteren Extremität zu entwickeln, besteht in Sportarten, bei denen repetitive Bewegungsabläufe mit hoher Intensität und hohen Impactkräften in Kombination mit einem hohen Verletzungsrisiko auftreten. Derartige Sportarten werden als sog. „highimpact“- Sportarten bezeichnet. Zahlreiche Studien konnten zeigen, dass gerade bei Fußballspielern, bei denen die oben aufgeführten Kriterien zusammenkommen, ein erhöhtes Risiko haben, eine Cox- bzw. Gonarthrose zu entwickeln. Gerade am Kniegelenk ist der Zusammenhang mit einem Unfallereignis offensichtlich. Fazit Zusammenfassend kann gesagt werden, dass drei Faktorengruppen das Arthroserisiko bestimmen: die sportartspezifische Belastung (nach Art und Intensität), das Verletzungsrisiko sowie die große Gruppe endogener Faktoren (persönliche Voraussetzungen des Sportlers). Ein wissenschaftlicher Nachweis ist nur an ausgewählten Athletenkollektiven erbracht. Eine sportorthopädische Untersuchung ist jugendlichen Leistungssport treibenden Athletinnen und Athleten dringend zu empfehlen, um möglichst frühzeitig zu Langzeitschäden prädisponierende Faktoren aufdecken und gegebenenfalls auch therapieren zu können. Holger.Schmitt@med.uni-heidelberg.de Lesen Sie hier noch mehr Fachbeiträge von Dr. med. Holger Schmitt: http://www.medicalsportsnetwork.de/medical/8220 |
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