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Sportmedizin - Interview mit Dr. med. Richard Schader

Konzentration im Spitzensport

Die meisten Spitzensportler werden heute von Psychologen gecoacht, um auch in ihrer KonzentrationSpitzenleistungen zu erbringen. Mentale Stärke ist als entscheidender Erfolgsfaktor anerkannt. Wir sprachen mit Dr. med. Richard Schader, Facharzt für Allgemeinmedizin und Mannschaftsarzt der deutschen Freestyle- und Skicross-Nationalmannschaft, über mentale Stärke als einen der entscheidenden Erfolgsfaktoren im Leistungssport.

Welches Gefahrenpotenzial bergen Nervosität und Lampenfieber im Sport?

Zunächst einmal besteht bei Aufregung natürlich die Gefahr einer verminderten Leistung. Dabei sprechen wir nicht von einer positiven Vorstartreaktion, die man unbedingt haben sollte, um nicht zu lässig vor dem Start zu sein. Negativ ist jedoch eine übermäßige Reaktion: Stress, der entsteht, wenn man denkt, dass es jetzt um ein ganz wichtiges Rennen geht. Ein klassisches Beispiel dafür war in diesem Winter Felix Neureuther. Er hatte einen unheimlichen Erfolgsdruck angesichts der Weltmeisterschaft und des heimischen Publikums aufgebaut. Von vornherein war eigentlich klar, dass er nicht gewinnen konnte. Seine Vorstartreaktion war viel zu hoch. Das zweite große Risiko ist eindeutig die Verletzungsgefahr, weil die Muskulatur verkrampfter ist.

Sind professionelle Sportler denn überhaupt noch aufgeregt?

Begrenzt. Der Typus ist das Entscheidende. Es gibt Sportler, die sind sozusagen der „Fels in der Brandung“. In Österreich ist es unter den Alpinskifahrern beispielsweise der Manfred Pranner, ein so cooler Typ, der sich einfach hinstellen und runterfahren kann. Die fahren einfach drauf los, ganz gleich, was für ein Druck da ist. Allerdings ist das mit Sicherheit die Ausnahme. Es gibt ganz wenige, die da völlig frei sind.

Wie lange muss man im Freestylebereich die Konzentration aufrechterhalten können?

Das ist ein wichtiger Punkt, denn meistens beginnen die Wettkämpfe am Renntag sehr früh mit der Streckenbesichtigung. Wir stehen also sehr früh auf, dann wird gedehnt und die übliche Vorbereitung gemacht. Hier fließt auch schon Entspannungstraining mit ein. Yoga beispielsweise, manche schwören auch auf Muskelentspannung nach Jacobson. Besonders wichtig ist es, die Konzentration übers Rennen aufrechtzuerhalten. So, dass vor und während des Rennens die Konzentration auf 110 Prozent ist. Das ist die Kunst. Wenn jemand an die Spitze will, ist die Konzentration der entscheidende Punkt. Denn technisch fahren mittlerweile an der Spitze fast alle auf einem Niveau. Die ersten zehn sind alle so gut, dass die Entscheidung, wer am Ende auf dem Treppchen steht, heute mehr mental begründet ist.

Wie kann man darauf einwirken, das optimale Reaktionsniveau zu erzielen?

Erst einmal durch Training. Bei Hochleistungssportarten läuft viel im Unterbewusstsein ab, durch Schemata, die dann abgerufen werden können. Es ist besser, wenn man gar nicht viel überlegen muss. Mit der Brechstange - „das will ich jetzt unbedingt“ - geht da gar nichts. Man kann das häufig auch im Fernsehen beobachten: Die Sportler machen die Augen zu und stellen sich genau den Lauf vor. Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass die Zeit der Vorstellung übereinstimmend mit der realen Zeit ist. Hinterher wird eigentlich nur noch die positive Vorstellung in die Realität umgesetzt. Die Sportler sollten die im Gehirn programmierte positive Vorstellung abfahren. Das läuft im besten Fall automatisch ab.

Was kann man noch tun?

Man sollte mit positiven Programmierungen arbeiten und sich fest positiv darauf einstimmen: „Ich kann das.“ an darf auf keinen Fall negativ denken. Das lernen die Sportler in den großen Mannschaften über Psychologen. Außerdem setze ich zur Konzentrationsförderung natürliche Komplexmittel ein - da hat sich Neurexan sehr gut bewährt. Natürliche Komplexmittel sind im Spitzensport natürlich ideal, weil man absolut keine Dopingprobleme befürchten muss. Chemische Mittel wirken außerdem eher sedierend und ergeben genau den gegenteiligen Effekt. Man regt sich überhaupt nicht mehr auf, aber man erzeugt natürlich auch keine Leistung und ist gewissermaßen gleichgültig. Das ist kontraproduktiv, denn dann ist auch kein Siegeswille mehr vorhanden. Bei uns in der Mannschaft haben wir das Komplexmittel sehr erfolgreich eingesetzt. Es bewirkt, dass man nicht zu relaxed ist. Bei Sportlern, von denen man weiß, wo die Schwachpunkte liegen, kann man schon frühzeitig, sechs, sieben Tage vor dem Rennen, mit einer Unterstützung beginnen. Kurz vor dem Rennen kann auch noch eine Akutdosierung gegeben werden.

Gibt es weitere Tricks?

Es gibt bestimmte Aminosäurepräparate, die leistungsfördernd sind und auch die Vorstartreaktion in eine positive Richtung lenken. Aminosäuren, Vitamine, Mineralien, das sind die Hauptbestandteile der Orthomolekulartherapie, die man in der Sportmedizin häufig einsetzt. Das muss man individuell auf den Sportler zuschneiden.

Profitieren auch Laien bei Wettkämpfen von einem beruhigenden, konzentrationsfördernden Mittel?

Natürlich - bei den Golfern ist das beispielsweise sehr interessant. Gerade beim ersten Abschlag, bei dem jeder dabeisteht und zusieht. Wenn man dann nicht sehr routiniert ist und Fehlschläge peinlich sind, dann kämpft man schon vorher mit Aufregung. Wenn man beim Golf verkrampft ist, geht gar nichts mehr. Das sehe ich in der Praxis häufig. Es sind im Speziellen diese Sportarten, die eine kurzzeitige, hundertprozentige Leistung erfordern. Natürliche Präparate funktionieren auch bei Lampenfieber sowie Prüfungsstress und wirken bei vielen Menschen sofort, andere brauchen ein paar Tage, bis sie die Wirkung spüren. Das Wichtigste ist: Ein Komplexmittel macht nicht müde. Wir setzen es bei stressigen Berufen oder familiären Problemen auch sehr gut als Tagesmedikation ein. Oder eben bei Prüfungsangst, auch bei Schülern. Es ist nicht leistungssteigernd, sondern leistungsoptimierend. Man kann sozusagen seine „eingebaute“ Leistung optimal abrufen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Ausgabe MSN 2 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 2 / 2011.
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