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Ironman - Interview mit Sandra Wallenhorst

\"Frankfurt kann kommen\"

Die Ironman-Saison 2011 hat begonnen, tausende Athleten stellen sich wieder einer der härtesten Sportart der Welt. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathon – und das alles innerhalb eines Rennens. Dies bedarf langer Vorbereitung, dem richtigen Equipment und guter Versorgung. MedicalSportsNetwork sprach mit der deutschen Spitzentriathletin Sandra Wallenhorst, die letztes Jahr den Ironman in Frankfurt gewinnen konnte und auch in diesem Jahr wieder trotz einiger Verletzungssorgen als Favoritin auf den Europameistertitel gilt.

Sandra Wallenhorst, Sie starten als Titelverteidigerin dieses Jahr wieder beim Ironman in Frankfurt. Was ist das Besondere an diesem Rennen?

In Frankfurt finden unsere Europameisterschaften statt. Und das allein gibt dem Rennen schon einen besonderen Stellenwert. Aber abgesehen von der erreichbaren Krone, nach der auch immer viele sehr gute Athleten streben, ist dort das Publikum sensationell. Ich zehre von dem Rennfieber der Zuschauer noch das ganze nachfolgende Jahr. Darauf basiert ein großer Teil meines mentalen Trainings. Weiterhin ist das Rennen professionell organisiert und die Strecke liegt mir einfach.

Wie gestalten Sie Ihr Training in Bezug auf Verhältnis Technik/Ausdauer/Schnelligkeitstraining und welchen Stellenwert hat Krafttraining?

In meinem Training spielt, das liegt wohl in der Natur der Sache, die Ausdauer die größte Rolle. Sie nimmt etwa 70 % des Trainingsumfangs ein. Kraftausdauer baue ich auch in viele Trainingseinheiten mit ein. Technik spielt eher im Winter eine Rolle. Im Frühjahr/Sommer fließt immer wieder etwas Technik ein – in Form von Lauf-ABC, Schwimmtechnik und verschiedene Sachen auf dem Rad. Schnelligkeit kommt ab dem Frühjahr häufiger vor, das mache ich im Winter zum Beispiel kaum. Krafttraining mache ich drei Mal pro Woche, im Sommer weniger, je nach Rennplan.

Involvieren Sie auch Ärzte, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler in Ihre Vorbereitungen oder verlassen Sie sich ganz auf sich selbst?

Ganz auf mich selbst verlassen kann ich mich nicht. Ich habe zwar im Laufe der vielen Jahre im Leistungssport meinen Körper sehr gut kennen gelernt, aber die Fortschritte der Wissenschaft lasse ich mir gern von den Experten erklären. Zum Beispiel macht ein Sportwissenschaftler meine Pläne für das Krafttraining. Dann arbeite ich mit Leistungsdiagnostikern zusammen, die aufpassen, dass die Leistungen stimmen. Hier in Hannover ist das MSG meine Anlaufstelle. Und ohne meine Physiotherapeutin Kirsten Heitmüller wäre ich sicher auch nicht so belastbar. Sie muss meine müden Muskeln immer wieder aufarbeiten und fürs nächste Training präparieren. Zurzeit sind bei mir aufgrund einer Verletzung auch einige Ärzte mit im Boot. Ich brauche schnell Abklärung, damit ich nicht zu viel Trainingsausfall habe. Glück licherweise bin ich bisher weitgehend von Verletzungen verschont geblieben. Ich mache schon fast mein ganzes Leben lang (Leistungs) Sport und kann mich nicht erinnern, mal eine größere Verletzung gehabt zu haben. Dafür hat es mich jetzt gleich doppelt erwischt. Ich habe seit einigen Wochen eine Entzündung im Knie. Daraufhin habe ich das Schwimmtraining etwas angehoben, was mir meine Schulter übel genommen hat. Dafür ist jetzt Pause angesagt. Und das ist zu diesem Zeitpunkt der Saison verdammt ungünstig. Aber es geht leider nicht anders. Die Medizin ist aber inzwischen so weit, dass ich bestimmt bald wieder fit bin. Gerade war ich beim MRT. Es ist erstaunlich, was da alles erkannt werden kann. Ich bin ganz zuversichtlich, dass alles gut wird.

Wie sieht Ihre Ernährung im Training und beim Wettkampf aus?

Bei meiner Ernährung im Training und Wettkampf verlasse ich mich auf die Produkte von Mark Warnecke – AM Sport. Er hat ja selbst auch mehrfach bewiesen, dass es klappt. Daneben esse ich natürlich zumindest außerhalb von Wettkämpfen noch „ganz normale“ Sachen. Da bin ich eine ziemliche „Ökotante“ und außerdem Vegetarierin. Ich kaufe überwiegend regionale oder Bioprodukte auf den Bauernmärkten.

*Stichwort Material: Was war für Sie das beste Produkt, das in letzter Zeit auf den
Markt gebracht wurde?*

Ein geniales Produkt der Technik ist für mich der SRM. Damit wird man auf dem Rad zum gläsernen Athleten. Ich kann sämtliche Werte meiner Radleistung nach dem Training auswerten und immer wieder später vergleichen. Des Weiteren halte ich die Di2, eine elektronische Schaltung am Velo von Shimano – für einen Quantensprung im Radsport. Es ist ein Vergnügen, damit Rad zu fahren.

Wie sehen Sie Ihre Chancen für 2011?

Meine Chancen 2011? Ich möchte erst mal wieder gesund werden. Danach kann Frankfurt kommen.

Vielen Dank und viel Erfolg!

Ausgabe MSN 3 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2011.
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