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MSN-4-2011
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Geöltes Knie
Geöltes KnieInterview mit Tatjana MittermayerDer Einsatz von Hyaluronsäure gewinnt auch in der Sportmedizin Immer mehr an Bedeutung. Meist in arthrosegeschädigte Gelenke gespritzt (Viskosupplementation), dienen Hyaluronsäurepräparate als eine Art Schmiermittel und haben eine schmerzlindernde Wirkung. Der Markt ist am Wachsen, mittlerweile sind auch Präparate in Tablettenform oder Trinkampullen erhältlich. Wir wollten uns einen Praxisfall aus dem Leistungssport anschauen und sprachen dafür mit Tatjana Mittermayer, die im Freesytle-Skisport auf der Buckelpiste mehrere Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewinnen konnte und in ihrer Karriere von Verletzungen nicht verschont wurde. Nach ihrer aktiven Karriere erlitt sie durch einen Unfall auf der Piste einen Wadenbeinbruch. Frau Mittermayer, können Sie uns einen kurzen Überblick zu Ihrer Verletzungsgeschichte liefern? Da ich als Alpinsportlerin in den Leistungssport kam und in den „Speeddisziplinen“ sprich Super-G und Abfahrt an den Start ging, habe ich mich in meiner Alpinzeit mehrmals am Knie verletzt, hier vier Kreuzbandrisse des vorderen Kreuzbandes mit Meniskusriss und Innenbandverletzungen erlitten. Diese Verletzungen wurden alle operativ behandelt und verliefen relativ unkompliziert, abgesehen von den langen zeitlichen Ausfällen, da die Verletzungen in den Jahren 1980–84 passierten und die OP-Methoden noch sehr aufwendig waren. Auch die Reha verlief damals ganz anders als heutzutage. Beim Buckelpistenfahren habe ich mich bis auf einen Nasenbeinbruch und einer Bandscheibenverletzung 1993 nie verletzt. Allerdings haben sich meine Kreuzbänder im Laufe der Jahre „aufgelöst“, dank einer guten Muskulatur hat mir dies aber keine Probleme gemacht. Vor vier Jahren, also nach Ihrer aktiven Karriere, erlitten Sie dann auch noch ein Wadenbeinbruch. Was können Sie uns dazu sagen und bestand die Gefahr, nie wieder auf die Piste zurückkehren zu können? 2007 war ich in Österreich mit einer Skigruppe am Kurs geben. Plötzlich sprang ein Skifahrer, ohne vorher zu kontrollieren, ob der Hang frei ist, mit Anlauf in eine Skipiste, wo ich gerade mit meiner Gruppe am Rand stand. Der Skifahrer sprang gut 30 m weit und landete direkt auf mir. Bei diesem Unfall erlitt ich eine Gehirnerschütterung, mehrere massive Prellungen und einen Wadenbeinbruch, wobei das Wadenbein durch den massiven Aufprall des Unfallverursachers nach oben geschoben wurde und im rechten Kniegelenk einen bonbruce verursachte, der Nerv wurde deutlich geschädigt. Nach acht Wochen Ruhigstellung und der Benutzung von Gehhilfen war ich im Medical Park Chiemsee für eine ambulante Reha. Durch die lange Zeit mit den Gehhilfen, in der ich natürlich auch nur auf dem „gesunden“ linken Bein stand, begann dieses Knie sich auch deutlich zu beschweren und zeigte Überlastungserscheinungen. Mit meinem Unfallbein laborierte ich von 2007 bis Herbst 2010, versuchte alle möglichen Therapien, was zwar leichte Linderungen brachte, aber es war nicht möglich, den alten Zustand vor dem Unfall wieder herzustellen. Ohne Schmerzmittel war Skifahren überhaupt nicht mehr möglich. Sie haben sich daraufhin selbst auf die Suche nach einer Lösung gemacht? 2010 erinnerte ich mich daran, dass ich in meiner aktiven Zeit einmal einen Versuch mit einer Hyaluronspritze für das Knie gemacht habe. Die erste Spritze wurde damals sehr positiv angenommen, weitere dann eher ohne jegliche Veränderungen, sodass ich den Vorschlag für eine Spritzenkur ablehnte. So wendete ich mich 2010 an meinen ehemaligen Mannschaftsarzt Dr. Volker Smasal und fragte ihn, ob wir den Versuch machen könnten, mir einmalig eine Hyaluronspritze in mein Unfallbein im Kniebereich zu verabreichen. Er stimmte zu und spritze mir Ostenil Plus. Das Resultat war hervorragend und für mich sehr schnell zu spüren. In den bis dahin vergangenen dreieinhalb Jahren nach dem Unfall hatte ich bei jedem zweiten Schritt Schmerzen. Mal mehr, mal weniger, aber der Schmerz war immer präsent. Im Herbst 2010 bat ich Dr. Smasal, mir nochmals eine Spritze zu geben, was erneut einen sehr positiven Effekt für mein Kniegelenk hatte. Kurz darauf bat er mich, als Gast zum Bayerischen Ärztekongress nach Starnberg zu kommen. Dort wurde mir dann das Produkt ARTILANE® vorgestellt und ich durfte Proben für einen Einnahmezeitraum von sechs Wochen mitnehmen. So begann ich mit der Einnahme drei Wochen vor Start der Skisaison. Völlig begeistert merkte ich nach ca. 10 Tagen, dass ich am Morgen sehr gut gängige Gelenke habe, keine Startschmerzen. Meine Knie fühlten sich wie „frisch geölt“ an. Als ich an meinem ersten Skitag im Herbst 2010 dann nach einem sechsstündigen Kurstag ins Tal fuhr, spürte ich keine Schmerzen. Um auszuprobieren, ob sich etwas ändert, beendete ich die erste Kur nach 6 Wochen und machte eine Pause von zwei Wochen. Die alten Probleme traten nach ein paar Tagen wieder auf, nicht mehr in Extremform, aber deutlich zu spüren. So setzte ich die Kur für den Rest der letztjährigen Skisaison wieder fort. Welche Schlüsse ziehen Sie aus Ihren Erfahrungen bzw. welche Schlüsse sollten Ihrer Meinung nach Sportmediziner daraus schließen? Aus meinen Erfahrungen kann ich nur berichten, dass man nie aufgeben sollte, der Körper sich mit vielem arrangieren und sich auf neue Situationen durchwegs einstellen kann. Meine Kniegelenke sehen „scheußlich“ aus, die Knochen wirken abgewetzt und der Knorpel ist sehr dürftig. Dennoch funktionieren sie, ich lebe ein normales Leben, mache extrem viel Sport und kann immer noch Buckelpiste fahren. Wichtig ist, dass man in seinen Körper hineinhört, sich selbst analysiert und dies dann mit Therapeuten und Medizinern abstimmt. Oft ist das „Bauchgefühl“ eines Patienten gar nicht so schlecht, da könnten Mediziner noch offener werden. Dazu gehört aber natürlich, dass die Patienten lernen, ihren Körper kennen zu lernen. Vor allem im Kinder- und Jugendbereich sehe ich da eindeutig Verbesserungspotenzial. Das Bewusstsein für den Körper ist eine wichtige Grundlage, welche heutzutage leider nicht mehr gut vermittelt wird, da in Kindergärten und Schulen die Zeit hierfür fehlt. |
Ausgabe MSN 4 / 2011
Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 4 / 2011.
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