25.05.2013 10:38 - Über uns - Impressum & Kontakt - succidia AG - Partner
Lineare fokussierte Stoßwellentechnik

Lineare fokussierte Stoßwellentechnik

Erste Anwendungserfahrungen mit der neuen ESWT-Linienquelle

Der Einsatz von fokussierten Stoßwellen ist seit vielen Jahren für die Behandlung von Beschwerden des Bewegungsapparates ein etabliertes Verfahren. Besonders auf dem Gebiet der chronischen, aber auch akuten Verletzungen des Sportlers hat die fokussierte ESWT eine zunehmende Bedeutung bekommen.

Die Zahlen der Sportmediziner, aber auch der Sportvereine mit professioneller medizinischer Betreuung, die zum großen Teil selbst entsprechende medizinische Geräte in ihrer medizinischen Abteilung nutzen, belegen dies eindrücklich. Mittlerweile gelten gerade die beim Sportler häufigen Beschwerden der Sehnenansatztendinosen, die so genannten Enthesiopathien, als Standardindikation für die Anwendung der fokussierten ESWT. Es hat sich auf der Basis von Grundlagenforschung und klinischen Studien herausgestellt, dass die Effekte der ESWT gerade bei den Indikationen im Sport weniger auf der mechanischen Zerstörung von Gewebe (v.a. mit hoher Energie), sondern mehr auf der Aktivierung von Gewebesubstanzen, die Heilungsprozesse fördern, beruht. Des Weiteren sind u.a. Effekte der Schmerzlinderung durch eine Reduktion der vasonozizeptiven Substanzen wie z. B. Substance P und eine Förderung der Neovascularisation festgestellt worden. Ebenfalls kommt es durch die fokussierte ESWT über eine Förderung der Satellitenzellaktivität im Muskel zu einer Steigerung der Regenerationsfähigkeit von muskulärem und tendinösem Gewebe bei Minor-, aber auch Majorverletzungen. Der Vorteil der fokussierten ESWT ist eine exakte Applikation der akustischen Energie auch in tiefer gelegenen Gewebeschichten, ohne eine Schädigung oder auch nur eine nozizeptive Reizung der Haut zu verursachen. Insbesondere diese Tatsache hat dazu geführt, dass eine spezifische Schmerzpunktdiagnostik nach dem Prinzip des patientenorientierten Feed-back mittlerweile bei fast allen Anwendungen der ESWT des muskuloskeletalen Systems genutzt wird. Besonders hilfreich ist dieses Prinzip in der Behandlung von myofaszialen Triggerpunkten, da mit der fokussierten ESWT wesentlich häufiger als mit den herkömmlichen Untersuchungstechniken die wichtigen Diagnosekriterien des Übertragungsschmerzes („reffered pain“) und der Wiedererkennung („recognition“) festgestellt werden können. Der Nachteil dieser punktuellen Fokussierung ist die Konzentration der Stoßwellenenergie auf ein relativ kleines Areal, ohne Gewebestrukturen in ihrem anatomischen Verlauf zu behandeln.

Die neue fokussierte Linienquelle (Richard Wolf/Elvation) ist in der Anwendung eine ausgezeichnete Therapiemöglichkeit besonders für die Pathologien, bei denen eine flächige oder dem Faserverlauf folgende Applikation der fokussierten Energie ideal wäre. Gerade bei den enthesiopathisch veränderten Sehnenansätzen liegt eine schmerzhafte Läsion mit ihren strukturellen und funktionell-anatomischen Veränderungen in der Sehne und auch in der Muskulatur vor, die mit der Linienquelle exakt dem Faserverlauf folgend behandelt werden kann. Als besonders gute Beispiele für den Einsatz der Linienquelle bei Enthesiopathien können hier die typischen Diagnosen Tennis- und Golferellenbogen sowie Patellaschmerzen (Jumper´s Knee) genannt werden. Besonders sinnvoll ist die Anwendung der linearen ESWT in der Fläche und im Verlauf schon allein aus anatomischen Gründen bei der Behandlung der Achillessehne, da es sich hierbei um die kräftigste Sehne handelt, und die Linienquelle exakt appliziert werden kann. Auch bei dem Krankheitsbild der Symphysitis erweist sich die Applikation der fokussierten ESWT mittels Linienquelle als besonders wirksam, da der große knöcherne Ansatzbereich effizient therapiert wird. Fußschmerzen im Sinne einer plantaren Fasziitis können exakt dem anatomischen Verlauf der Plantarfaszie mit der Linienquelle behandelt werden. Als sehr hilfreich erweist sich diese Therapiequelle für die Behandlung von lateralen Hüftschmerzen, die mittlerweile unter dem Begriff Trochanterschmerzsyndrom diagnostiziert werden. Hier können anatomisch-funktionell mit der linearen ESWT sowohl die Schmerzpunkte über dem Trochanter major als auch die zusätzlichen Schmerzpunkte auf dem Tractus iliotibialis sowie die Triggerpunkte im M. tensor fasciae latae mitbehandelt werden. Im Bereich der Muskulatur erweist sich die Form der langstreckigen Applikation der fokussierten ESWT als besonders vorteilhaft, da Minor -und Majorverletzungen im Faserverlauf exakt bearbeitet werden können. Sehr gute Ergebnisse lieferte diese Applikationsform der fokussierten ESWT für die Muskelbehandlung nicht nur bei manifesten Schädigungen, sondern auch zur Förderung der Skelettmuskel-Regeneration nach hartem Training, sodass effizienter trainiert werden konnte.

Fazit

Die neue Technologie der linearen ESWT hat sich bei vielen Indi kationen im Bereich der Sportmedizin als sehr gute Therapieform bewährt und die Möglichkeiten der exakten Applikation der fokussierten ESWT auf eine größere Fläche im Gewebe verbessert. Aufgrund der längeren Fokussierungsstrecke kann sie gleichzeitig die Gewebeläsionen im Sehnenansatz, aber auch die zugehörigen ana tomisch-funktionellen Strukturen mit fokussierter ESWT behandeln. Im Bereich der Muskulatur erweist sich die lineare ESWT als besonders vorteilhaft, da Minor -und Majorverletzungen im Faserverlauf exakt bearbeitet werden können.

Foto: © panthermedia | JCB Prod

Ausgabe MSN 3 / 2012

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe MSN 3 / 2012.
Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download

Der Autor:

Weitere Artikel online lesen